60 deutsche Jahre

In diesem Jahr gibt es viel Anlass, über die jüngere deutsche Geschichte nachzudenken. Der Fall der Mauer vor 20 Jahren steht dabei im Mittelpunkt, aber auch die Gründung der Bundesrepublik und der DDR. Ob aber die ostdeutsche Geschichte gleichwertig beleuchtet wird, bleibt noch abzuwarten.
Eines der wichtigsten Projekte anlässlich dieses Jahrestags berücksichtigt die Entwicklung im Osten wie im Westen. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat zusammen mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg eine umfangreiche Dokumentation erstellt, die nun Stück für Stück veröffentlicht wird. Unter dem Namen 60 x Deutschland gibt es für jedes der Jahr jeweils eine Fernseh- und eine Radioproduktion. 15 Minuten täglich im Fernsehen, 15 Minuten im Radio – die beiden Sendungen sind inhaltlich nicht identisch, wer sich für das Thema interessiert, sollte sich beide anschauen bzw. anhören. In Hunderten von originalen Ton- und Filmaufnahmen werden die Jahre der Republikgründungen, der Teilung, der getrennten Entwicklung und dann der Wiedervereinigung beleuchtet. Während die allgemeine Entwicklung beschrieben wird, kommen Menschen zu Wort, die bestimmte Ereignisse direkt miterlebt haben. Fernseh- und Rundfunkmitschnitte geben einen authentischen Eindruck der Zeit, die so lange vom Kalten Krieg zwischen Ost und West geprägt war. Am Ende sind es zusammen 30 Stunden, Geschichtsunterricht auf interessante Art.
Weil aber nicht jeder die Sendungen im Fernsehen und Radio genau abpassen kann, sind alle Beiträge zusätzlich im Internet auf der Website www.60xDeutschland.de abrufbar [Update: Leider ist die Website nicht mehr online]. Zwar kann man die Sendungen nicht herunterladen, sie sollen aber für die kommenden fünf Jahre kostenlos angeboten werden, so dass man sich seinen persönlichen Nachhilfe-Unterricht zeitlich selber zusammenstellen kann. Zu jedem Jahr gibt es auch ein kleines Online-Quiz, mit dem man sein Wissen zum Thema deutsche Nachkriegsgeschichte testen kann.
60 x Deutschland ist ein tolles Projekt, das ich sinnvoller und sympatischer finde als große Reden, wie wir sie in diesem Jahr zu dem Thema zu erwarten haben.

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